6 Fragen und Antworten zur energetischen Betriebsoptimierung (eBO)

6 Fragen und Antworten zur energetischen Betriebsoptimierung (eBO)

Der Betrieb von gebäudetechnischen Anlagen verursacht hohe Kosten. Umso wichtiger ist es, diesen optimal auf die effektive Nutzung abzustimmen. Darauf zielt die energetische Betriebsoptimierung (eBO) nach SIA 2048 ab. Der Return on Investment für eine eBO beträgt weniger als zwei Jahre und entspricht damit einer Kapitalverzinsung von über 50 Prozent.

Simon Künzi (rechts im Bild) ist Leiter Energiemanagement bei ISS und betreut mit seinem Team rund 1’800 Gebäude schweizweit in allen energietechnischen Belangen.

1. Was ist das Ziel einer eBO?

Die energetische Betriebsoptimierung ist eine praktische Methode, um gebäudetechnische Anlagen ohne grosse finanzielle und bauliche Investitionen zu optimieren. Dabei geht es darum, durch einfache Massnahmen bei Heizungs-, Lüftungs- und Kälteanlagen sowie Beleuchtung und Gebäudeautomation den Energieverbrauch zu senken. Oberste Maxime ist es, einen auf die effektive Nutzung zugeschnittenen Anlagenbetrieb sicherzustellen, ohne den Komfort für die Gebäudenutzer zu mindern.

2. Wo wird die eBO angewendet?

Die eBO eignet sich für Grossunternehmen wie auch für KMU-Betriebe. Sie kann in allen Gebäuden durchgeführt werden. Voraussetzung ist, dass die Gebäude über eine Art von Gebäudetechnik verfügen – mindestens eine Heizung, im Idealfall Lüftungs- und Kälteanlagen. Da sich bei der eBO die Massnahmen primär auf regeltechnische Justierungen beschränken, ist auch das Alter der Anlagen für die Durchführung nicht von Belang. Beispiele solcher Massnahmen sind etwa das Justieren von

  • Heizkurven und Heizgrenzen
  • Rücklauftemperaturen bei Brennwertkesseln
  • Wärmerückgewinnungssystemen
  • Beleuchtungssteuerungen
  • Brauchwarmwassererwärmung
  • Serverraumtemperaturen

3. Welche gesetzlichen Anforderungen müssen Gebäudebetreiber beachten?

Die Umsetzung der Energiestrategie 2050 im Gebäudebereich obliegt den Kantonen. Wurden bis anhin die Grossverbraucher mit einem jährlichen Wärmebedarf von mehr als 5 GWh oder mit einem Elektrizitätsverbrauch von mehr als 500 MWh in die Pflicht genommen, so geht der Trend dahin, dass die Kantone die gesetzlichen Regelungen mit dem Modul «energetische Betriebsoptimierung» auch für kleine und mittlere Betriebe mit einem jährlichen Elektrizitätsverbrauch zwischen 200 – 500 MWh einführen.

Aktuell sind dies die Kantone Basel-Stadt und Bern. Für die Gebäudebetreiber bedeutet dies, dass eine energetische Betriebsoptimierung in betrieblich genutzten Gebäuden (Nichtwohnbauten) spätestens drei Jahre nach Inbetriebsetzung und dann periodisch alle fünf Jahre durchgeführt und dokumentiert werden muss. In allen anderen Kantonen besteht noch keine gesetzliche Pflicht. Eine eBO lohnt sich aber allemal aus ökologischen wie auch ökonomischen Überlegungen. 

4. Wie sieht der Ablauf einer eBO aus?

Für eine professionelle eBO wird ein fachkundiger Energiemanager beigezogen. Gemeinsam mit dem Betreiber der Anlagen werden Ziele und Bedürfnisse definiert. Auf einem Rundgang beurteilen die Fachspezialisten die Einstellungen der Gebäudetechnikanlagen, identifizieren Schwachstellen und dokumentieren die erfassten Daten. Der Bericht gibt Auskunft über die Entwicklung des Energieverbrauchs und enthält einen Massnahmenkatalog mit konkreten Vorschlägen, wie die gesetzten Energieeffizienzziele erreicht werden und wie sich die Investitionen wirtschaftlich auszahlen.

Darüber hinaus liefert die Analyse der eBO weitere nutzbringende Informationen, um die energetische Performance eines Gebäudes und das Wohlbefinden der Nutzer zu steigern. Man denke hier an die Abstimmung von Heizung, Lüftung und Kühlung, um Durchzug und Temperaturschwankungen im Gebäude zu vermeiden. Aber auch an technische Anlagen, die aufgrund der Lebensdauer ersetzt werden müssen. In diesem Fall kann zwar eine grössere Investition nötig sein, die jedoch längerfristig finanzielle und ökologische Vorteile bringt.

Das Energiemanagement Team von ISS führt in über 100 Geschäftsimmobilien schweizweit standardisierte energetische Betriebsoptimierungen durch – von einzelnen Gebäuden bis hin zu grossen Immobilienportfolios. Dank der breiten Fachkompetenz in allen Bereichen der Gebäudetechnik und des grossen Pools an bestens ausgebildetem Fachpersonal bietet ISS gesamtheitliche Lösungen von der Analyse, über die Umsetzung der Massnahmen bis hin zur Erfolgskontrolle.​​​​​​

5. Wie hoch ist das Sparpotenzial? 

Erfahrungswerte zeigen, dass über eine Zeitspanne von fünf Jahren durchschnittlich 15 Prozent der Energiekosten eingespart werden können. Da keine grossen baulichen und finanziellen Investitionen nötig sind, beträgt die Payback-Dauer für den Initialaufwand weniger als zwei Jahre. Im Kanton Bern wird die eBO zudem durch Förderbeiträge unterstützt, was die finanzielle Performance dieser Investition weiter verbessert.

6. Wie wird die Energieeffizienz nachhaltig sichergestellt?

Soll der Energieverbrauch auf Dauer gesenkt werden, braucht es ein konsequentes Energiemonitoring. Nur so können die CO2- sowie der Strom- und Wasserverbrauch verlässlich kontrolliert, gesteuert und ausgewiesen werden. Das hilft Unternehmen zum einen die erreichten Effizienzsteigerungen wirksam gegen aussen zu tragen. Aber auch intern rückt das Thema Nachhaltigkeit bei Betreibern und Nutzern ins Bewusstsein und regt im besten Fall zum sparsamen Ressourcenverbrauch in weiteren Bereichen an.

Dank den Daten im eBO-Bericht können auch Fehlfunktionen und mögliche Betriebsstörungen identifiziert und behoben werden.